Kleines Lexikon des mobilen Internet: HSPA+

posted 25.06.2009 by Nicole

Das mobile Internet hat sich in der letzten Zeit  zweifellos zu einem großen Wachstumsmarkt entwickelt. Aber selbst wenn es immer mehr und komplexere Anwendungsmöglichkeiten für das Mobile Web gibt, bleibt stets ein wichtiger begrenzender Faktor: Die Leistungsfähigkeit der Mobilfunknetze. Je datenreicher die Anwendungen werden, desto leistungsfähigere Netze werden benötigt. Aus diesem Grunde wird schon seit einiger Zeit fieberhaft nach einem UMTS-Nachfolger gesucht.

Über LTE und Wimax hatte ich an dieser Stelle schon gesprochen, aber es gibt noch eine andere Übertragungstechnologie, die möglicherweise der Zwischenschritt zu 4G Netzen werden könnte: HSPA+. Der Clue dieser Technologie ist, dass die Übertragung von mehreren Antennen übernommen wird und dadurch theoretisch Senderaten von bis zu 42 MBit/s im Downlink und 11 MBit/s im Uplink möglich werden. Der Vorteil gegenüber LTE ist hauptsächlich, dass sich die Investitionen für die Umstellung auf HSPA+ in Grenzen halten würden. Denn es müsste keine komplette Neu-Installation stattfinden, sondern bei den bestehende Netzen wären lediglich Erweiterungen nötig. o2 hat für HSPA+ zu Beginn diesen Jahres bereits eine Teststrecke gestartet.

Inwiefern HSPA+ oder doch eine andere Technologie den Kopf im Kampf um die Übertragungstechnologie der Zukunft vorne haben wird, wird sich sicher schon bald zeigen.

Kleines Lexikon des mobilen Internets: Augmented Reality

posted 05.06.2009 by Nicole

Augmented Reality bedeutet so viel wie erweiterte Realität - eine recht unspektakuläre Bezeichnung für einen Sachverhalt der ebenso komplex wie spektakulär ist.

Wenn technische Hilfsmittel die Realität mit Information jeglicher Art anreichern, nennt man das Zusammenspiel der beiden Augmented Reality.

In Verbindung mit der Mobile Tagging Technologie, ist es dann beispielsweise möglich, sich mitten in der Fußgängerzone neue Auto-Modelle anzusehen. So erlebt man einen Schaufensterbummel der besonderen Art.

Die Inhalte des mobilen Internets kommen dann ins Spiel, wenn die Realität, die sich einem bietet,  mit Informationen aus dem Web angereichert werden soll. Denkbar sind dabei zum Beispiel erweiterte Navigationssysteme oder technische Devices, die man als Echtzeit-Reiseführer beschreiben könnte. Die Geräte erkennen, wo man sich gerade befindet und übermitteln sofort Hintergrund-Informationen.

Man sieht: Die Anwendungsmöglichkeiten sind überaus vielfältig und was mit diesen Technolgien in der Zukunft noch möglich sein wird, ist aus heutiger Sicht wahrscheinlich noch gar nicht abschätzbar.

Zum Abschluss  seht ihr hier noch das erste Musikvideo weltweit, das auf Grundlage von Augmented Reality Technologien entwickelt wurde.

Weiterführende Informationen findet ihr zum Beispiel auf den folgenden Seiten:

Kleines Lexikon des mobilen Internets: Mobile Tagging

posted 20.05.2009 by Nicole

Der Begriff Mobile Tagging steht für das Bedrucken von Produkten oder öffentlichen Flächen mit 1-D- bzw. 2-D-Codes, die über die Kameras von mobilen Endgeräten ausgelesen werden können. Mithilfe spezieller Reader-Programme ist es dann möglich diese Barcodes zu decodieren und dem Handy-Besitzer die entschlüsselten Informationen anzuzeigen. Eine Möglichkeit ist es dabei zum Beispiel den Nutzer auf eine mobile Internetseite weiterzuleiten, die zusätzliche Produktinformationen oder ähnliches zur Verfügung stellt.

Marvin Hegen - http://de.wikipedia.org/wiki/Mobile_Tagging

Der Nutzen des Mobile Taggings liegt dabei vor allem in der Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit. Der Handy-Nutzer muss keine langen Internet-Adressen in sein Handy tippen, um an die gewünschten Zusatzinformationen zu gelangen. Wie hier anschaulich beschrieben wird, fungieren die Tags also als Link zwischen Realität und Internet.

Weiterführende Informationen und Anwendungsbeispiele gibt es hier:

Die Geschichte des mobilen Internet

posted 20.04.2009 by Nicole

Anders als die des stationären Internets, ist die Geschichte des mobilen Internets untrennbar von den Entwicklungen im Bereich des Mobilfunks verbunden. Die Geburtsstunde des kommerziell genutztem mobilen Web ereignete sich im Jahr 1999. Mit dem Nokia 7110 kam das erste internet-fähige Handy auf den Markt. So sah es aus:

nokia7110

Möglich machte den Internet-Zugang die auf  HSCSD und GPRS basierende WAP-Technologie (Wireless Application Protocol). Sie zeichnet sich durch Protokolle aus, die den Anforderungen an mobile Internet-Dienste möglichst gerecht werden. Das wichtigste dabei war es, eine Möglichkeit zu finden, Internet-Inhalte so zu komprimieren, dass sie auch mit den damaligen geringen Übertragungsraten übermittelt werden konnten.

Heute verliert WAP eher an Bedeutung, da durch die Entwicklung von UMTS (2002) inklusive HSDPA und HSUPA (2006) bereits Übertragungsraten realisierbar sind, die es ermöglichen auch auf für das stationäre Internet entwickelte Websites zuzugreifen. Spätestens als von den Mobilfunkanbietern moderate Preissysteme entwickelt und immer mehr Web-Inhalte für die mobile Nutzung optimiert wurden, begann das mobile Web damit sich immer mehr zu etablieren.

Auch die Zugangsmöglichkeiten erweiterten sich. Schon bald war es möglich mittels GPRS oder UMTS auch mit Notebooks (via Surfstick) oder Netbooks (mit integriertem GPRS/UMTS-Modul) ins Netz zu gehen. Ebenfalls eine Möglichkeit auf mobile Web-Inhalte zugreifen zu können, sind W-Lan Hotspots. Diese sind je nach Standpunkt nur gegen Bezahlung zu nutzen oder auch kostenfrei und finden sich  mittlerweile an den meisten größeren öffentlichen Plätzen.

Die Evolution des mobilen Internet passt sich damit auch dem Zeitgeist an. Es ist zum Grundbedürfnis geworden, immer möglichst aktuell über die Geschehnisse in der Welt informiert und stets erreichbar zu sein - und das nicht nur per Telefon sondern möglichst auch per E-Mail, Soziale Netzwerke, Instant Messenger, Twitter etc. Gerade Bevölkerungsgruppen, die beruflich viel unterwegs sind oder auch Haushalte aus ländlichen Gegenden, in denen es keine leitungsgestützte Breitband-Versorgung gibt, treiben den Erfolg von mobilen Internet-Lösungen voran.

Die Geschichte des Mobiltelefons, an deren Entwicklung das mobile Internet wie erwähnt unmittelbar gekoppelt ist, wird in diesem Clip noch einmal im Schnelldurchlauf gezeigt.

Kleines Lexikon des mobilen Internets: GPRS und EDGE

posted 18.03.2009 by Nicole

GPRS und EDGE sind als Erweiterungstechnologien entstanden, um über GSM Netze auf das Internet zugreifen zu können.

GPRS, eine Abkürzung für General Packet Radio Service, ist ein Mobilfunkdienst, der die Datenübertragungsrate unter anderem dadurch erhöhen kann, dass er paketorientiert und nicht leitungsorientiert arbeitet. Paketorientierung bedeutet hier, dass die Daten nicht vollständig, sondern in Pakete gesplittet übertragen werden. Die Informationen werden dann beim Empfänger wieder zusammengesetzt. Dadurch kann die Bandbreite der Mobilfunkzelle voll ausgelastet werden.
Eine weitere Neuerung, die schnellere Übertragungen ermöglicht, ist dass nur dann ein Funkkanal zur Mobilfunkzelle belegt wird, wenn auch tatsächlich Datenpakete übermittelt werden. Dadurch können mehr Mobilfunknutzer Daten übermitteln, ohne dass die Datenübertragungsraten zu stark eingeschränkt werden. Theoretisch wäre mit GPRS eine Datenübertragungsrate von 171, 2 kbit/s möglich. Da sich aber die Nutzer einer Mobilfunkzelle die Bandbreite teilen und noch weitere begrenze Faktoren eine Rolle spielen, sind in der Realität ungefähr 40 kbit/s zu erreichen. Das ist aber immer noch deutlich mehr, als GSM ermöglicht.

Wie der Name “Enhanced Data Rates for GSM Evolution” schon deutlich macht, ist EDGE ebenfalls eine Erweiterung des GSM Standards, um höhere Datenübetragungsraten zu ermöglichen.  Auch GPRS wird durch EDGE zu E-GPRS erweitert. Durch ein alternatives Modulationsverfahren sind so theoretisch 473 kbit/s und praktisch zwischen 150 und 200 kbit/s möglich. Somit wird ein Datendurchsatz erreicht, der in etwa der dreifachen ISDN-Geschwindkeit entspricht.
EDGE wird als Zwischenschritt zur Entwicklung von UMTS angesehen.

Kleines Lexikon des mobilen Internets: GSM

posted 16.03.2009 by Nicole

Nachdem wir geklärt haben, was die heutigen Standards sind, gehen wir heute ein bisschen in der Zeit zurück.

Es geht um den ersten Mobilfunk-Standard GSM (Global System for Mobile Communications) - der zweiten und damit erstmals volldigitalisierten Generation. In Deutschland fand es ab 1993 Verwendung. Mittlerweile ist es weltweit von allen Standards am weitesten vebreitet.

Neben der mobilen Telefonie machte GSM erstmalig das Versenden von SMS und später auch von MMS möglich, internetkompatibel war es zunächst jedoch nicht. Daher war zum Entwicklungszeitpunkt die Datenübertragungsrate von knapp 10 kbit/s auch noch ausreichend.

Um über diesen Standard Internet-Dienste nutzen zu können, war es nötig, das GSM um internetfähige Übertragungsdienste wie GPRS oder EDGE zu erweitern.

Und um genau diese beiden Technologien, GPRS und EDGE, soll es beim nächsten Mal gehen.

Kleines Lexikon des mobilen Internets: HSDPA und HSUPA

posted 12.03.2009 by Nicole

Sowohl HSDPA als auch HSUPA sind Erweiterungen des Mobilfunkstandards UMTS.

HSDPA steht für “High Speed Downlink Packet Access” und ist ein Übertragungsverfahren für den sogenannten Downlink, also den Empfang von Daten. Mit diesem Verfahren sind unter idealen Bedingungen Übertragungsraten möglich (bis zu 13,98 MBit/s), die die von UMTS weit übersteigen. Somit ist der Download von großen Datenmengen in kurzer Zeit möglich, wodurch man sich sogar Filme etc. auf dem Mobiltelefon ansehen kann.

HSUPA (High Speed Uplink Packet Access) ist das Gegenstück zum HSDPA. Es ist ein Übertragungsverfahren, das für den Uplink, also das Uploaden von Daten verwendet werden kann. Es errreicht Übertragungsraten von bis zu knapp 6 Mbit/s. Damit ermöglicht es nicht nur das Schreiben von E-Mails oder das Versenden von Fotos von mobilen Endgeräten aus, sondern ermöglicht auch die aktive Teilnahme an Social Networking Plattformen etc..

Kleines Lexikon des mobilen Internets: UMTS

posted 09.03.2009 by Nicole

Wie wir durch Nachfragen wie dieser hier bemerkt haben, bestehen hier und da ein paar Unsicherheiten, was Begriffe aus dem Bereich des mobilen Internets betrifft.

Da wir es uns auf die Fahnen geschrieben haben, Euch über die neuesten Entwicklungen in diesem Gebiet auf dem Laufenden zu halten, kann es nicht schaden, in einer kleinen Serie die Bedeutung von ein paar grundlegenden Technologien und Begriffen zu klären.

Los geht es heute mit UMTS:

Mobilfunkstandards werden in Generationen eingeteilt. Alle Technologien, die dabei Weiterentwicklungen eines schon existierenden Standards sind, werden derselben Generation zugeordnet.
Der Standard, der momentan die umfassendsten Optionen bietet, ist UMTS. UMTS steht für „Universal Mobile Telecommunications System“ und hat bei seiner Entstehung die dritte Generation (3G) der Mobilfunkstandards begründet.

Auch mit dem Vorgänger GSM war es schon in geringem Maße möglich auf das Internet zu zugreifen. Mittels UMTS können allerdings deutlich höhere Übertragungsraten (384 kbit/s bis 7,2 Mbit/s) erreicht werden, daher gingen die schnelle Datenübertragung und die Möglichkeit auch Bilder und sogar Videos via Funk zu übermitteln, erst mit der Einführung (in Deutschland im Jahr 2004) dieses neuen Standards einher. Somit läutete praktisch erst UMTS die Ära des mobilen Internets ein.

Die nächsten Begriffe, den wir an dieser Stelle näher erläutern werden, sind HSDPA und HSUPA.