Kurz vor dem Start der Computerspielemesse Gamescom gestern in Köln hat der Hightech-Verband Bitkom eine Studie „Spielend unterhalten - Wachstumsmarkt Electronic Games” vorgestellt. Computer- und Videospiele erreichen hinsichtlich der Art der Spiele, ihrer Nutzung und der dafür benötigten Technologie einen neuen Entwicklungsstand.
Durch die hohen Wachstumsraten in den vergangenen Jahren ist die Spielebranche wirtschaftlich zu einem bedeutenden Faktor der Medienindustrie geworden (darüber haben wir vor kurzem berichtet). „Allein in Deutschland gebe es inzwischen 21 Millionen Bundesbürger, die am PC, auf der Konsole oder dem Handy spielen”, sagte Achim Berg, Vizepräsident des Verbandes. «Damit nutzt gut jeder vierte Bundesbürger über 14 Jahren digitale Spiele.» Die durchschnittliche Spielzeit pro Woche läge bei 5,4 Stunden.
Nach Auffassung von Professor Jürgen Fritz von der Fachhochschule Köln sind Computerspiele in letzter Zeit zum Kulturgut der Gesellschaft geworden. “Ein Kulturgut ist für mich besonders bemerkenswert, wenn es in spezifischer Weise das widerspiegelt, was unsere Gesellschaft auszeichnet”, so der Medienwissenschaftler.
Mit neuen Spielekonzepten hätte die Branche viele Menschen gewinnen können, die sich bislang nicht als «Gamer» bezeichnet hätten. „Die digitalen Spiele der Zukunft sind kaum zu vergleichen mit den Computerspielen der Vergangenheit”, so Achim Berg. “Dank neuer Bedientechnologien und dem kollektiven und vernetzten Spielen verschmelzen virtuelle und reale Welt. Die Spieler werden zum Teil des Geschehens. Mittlerweile begeistern sich auch Menschen für digitale Spiele, die sich nicht als Gamer bezeichnen würden. Im Durchschnitt werden Spieler älter und weiblicher.”
Die meisten neuartigen Spielarten wären ohne die rasante Entwicklung des mobilen Internets der letzten Jahre nicht denkbar. Zu den neuen Spieltrends gehören Partyspiele, Serious Games (bei dieser Spielform steht Lernen im Vordergrund) oder Gelegenheitsspiele, sogenannte Casual Games. Die letzteren erhielten zudem mit der neuen Generation der mobilen Endgeräte (ganz besonders Smartphones oder etwa mit Surfsticks ausgestatteten Laptops) weiteren Antrieb. Schnelles, mobiles Internet und attraktive Zusatzfeatures wie die GPS-gestützte Ortsbestimmung werden sicherlich weitere innovative Spielformen und Einsatzmöglichkeiten entstehen lassen.
















