VoIP-Krise: T-Mobile und Vodafone schränken Skype-Nutzung ein

posted 12.05.2009 by Nicole

Es ist naturgemäß das Kerngeschäft von Mobilfunkanbietern: die Kommunikation. Dienste, die das kommunizieren über die Netze der Betreiber ermöglichen, ohne dass direkt dafür bezahlt wird, sind vielen Netzbetreibern daher ein Dorn im Auge.

Aktuell dreht sich die Debatte wieder einmal um die VoIP-Anwendung Skype. Die Ankündigung vom Mobilfunkgerätehersteller Nokia, im Frühjahr dieses Jahres man wolle einige Handymodelle in Zukunft ab Werk mit einer Skype-Applikation ausstatten, blieb zunächst unkommentiert. Jetzt da die Veröffentlichung des ersten mit Skype ausgestatteten Handys - des Nokia N97 - kurz bevor steht, werden zwei der großen deutschen Netzbetreiber nun doch unruhig. Zunächst hieß es von Seiten der Unternehmen T-Mobile und Vodafone, die betreffenden Geräte würden nicht in das Produktportfolio aufgenommen werden. Denn: Schon seit längerem ist die Nutzung von VoIP- und Instant Messenger-Applikationen für Kunden bei diesen Betreibern vertraglich untersagt.
Aus diesem Grund kam es schon vor einigen Wochen zum Eklat zwischen T-Mobile und Apple bzw.  Skype als die Skype-Version für das iPhone veröffentlicht worden war.

Nun geht der Kampf also in eine neue Runde. Als Begründung für die Blockade-Politik führt man bei T-Mobile an, dass die Netzkapazitäten einer derartigen Belastung nicht standhalten könnten und man den Nutzern des mobilen Internets in der Folge keine gleich bleibende Qualität mehr bieten könne.
Die Frage ist, ob diese Sorge ernsthaft begründet sein kann, da es derzeit bei allen Anbietern von Datenpaketen eine Nutzungsobergrenze gibt, von der an der Kunde auf GPRS-Geschwindigkeit gedrosselt wird. Mit diesen Übertragungsgeschwindigkeiten dürfte das Telefonieren über Skype sowieso ein Problem sein. Ob man nun also sein Datenkonto durch das normale Surfen oder durch VoIP-Anwendungen belastet, sollte für die Netzauslastung eigentlich keinen großen Unterschied machen.

Da Vodafone und T-Mobile durch die Blockadedrohungen bei ihren Kunden nicht gerade auf Verständnis gestoßen sind, denkt man jetzt aber offenbar über eine ähnliche Lösung nach, wie sie auch schon für die Instant Messenger Problematik angewendet wird: Sondertarife. Im Klartext: Wer skypen oder per Messenger chatten will, muss draufzahlen. Einbußen, die die Netzanbieter durch die kostenlos-Dienste hinnehmen müssen, sollen so möglichst wieder ausgeglichen werden.
Auch bei der Frage, ob betreffende Geräte verkauft werden oder nicht, ruderten beide Mobilfunkanbieter schon ein wenig zurück: Die Geräte wie das Nokia N 97 werden verkauft, aber ohne Skype-Vorinstallation. Der Kunde muss die Applikation gegebenenfalls selbst installieren.


2 Kommentare zu “VoIP-Krise: T-Mobile und Vodafone schränken Skype-Nutzung ein”

  1. [...] deutschen Mobilfunkanbieter - Vodafone und T-Mobile - die Nutzung von IM-Funktionen (ebenso wie VoIP) vertraglich untersagen. Nur wer einen Sondertarif hinzubucht und sich auf den unternehmenseigenen [...]

  2. [...] aufwarteten. So löste die Markteinführung des N 97 seinerzeit beinahe einen kleinen Eklat bei Vodafone und T-Mobile aus. Aber auch bei vielen anderen Smartphones lassen sich diese [...]

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